Die meisten von euch, die mir schon etwas länger folgen, kennen von meinem kleinen Pakt mit mir selbst: jedes Jahr ein neues Land bereisen. Außerdem wissen sie: ich liebe es, neue Orte zu erkunden, stets neue Lieblingsplätze auf der Welt zu finden und, dass ich alles andere bin, als ein Gewohnheits-Traveller. Deshalb muss es ganz schön was heißen, wenn ich zwei Jahre in Folge an den selben Ort reise.

Letzten Sommer haben mein Freund und ich zehn Tage in Portugal verbracht. Sechs Nächte an der Algarve, drei in Lissabon. Und es kam, wie es kommen musste: wir verliebten uns. In das Land, die Leute, die Natur, die Kultur, das spezielle Flair, das sich von der Algarve bis hin in die Hauptstadt zieht. Und wir beschlossen: wir kommen wieder, bald. Dass es so bald sein würde, hätten wir selbst nicht gedacht. 

Der “Haupt”-Sommerurlaub (wie ihr vielleicht wisst, waren wir noch ein paar Tage in Norwegen und ich noch eine weitere Woche in Griechenland) war dieses Jahr sehr spontan gebucht; manchmal grätschen private Termine und Angelegenheiten dazwischen, dass Woche um Woche vergeht und man sich irgendwann im August und ohne Buchung wiederfindet. So spontan habe ich tatsächlich noch nie gebucht; Samstag/Sonntag wurde der Roadtrip festgelegt, die Hotels und Flüge gefunden, Freitag ging es los. Auch mal schön, irgendwie eine ganz andere Art der Vorfreude.

Für uns war irgendwann klar, dass wir ‘keinen Kompromiss’ eingehen wollen und Teil 1 (fünf Nächte) unseres Roadtrips an einen Ort gehen wird, den wir von letztem Jahr kennen und lieben – die Algarve in Portugal. Teil 2 (weitere fünf Nächte) unseres Roadtrips führte uns dann weiter nach Andalusien in Spanien, über Sevilla und ein paar Städte an der Küste. Dazu wird es natürlich einen separaten Beitrag geben!

Apropos Beiträge – meine ganzen Travelposts aus Portugal von 2017 mit allen Tipps findet ihr natürlich ebenfalls hier! Letztes Jahr wohnten wir in Arrifana/Aljezur an der Westküste des Landes und erkundeten von dieser Base aus den südwestlichen Teil der Algarve. Da es uns wieder nach Lagos (unsere absolute Lieblingsstadt) zog, wir jedoch auch neue Ecken erkunden wollten, legten wir einen ersten Stopp in Albufeira ein.

Albufeira

Wir landeten in Spanien in Jerez de la Frontera, einem kleinen Flughafen an der Südküste Andalusiens. Mietwagen geschnappt (ein süßer, knallroter Audi A1 <3) und über Sevilla los über die Grenze Spaniens nach Portugal an die Algarve. Erster Stopp: Albufeira. Wir bzw. in diesem Fall ich, hatte mehrmals im Netz von dem kleinen Küstenort gelesen und indirekt empfohlen bekommen. Ich hab’ euch von der spontanen Buchung erzählt und somit haben wir nicht, wie sonst öfter mal, länger nachgeforscht, ob der Ort genau das ist, was wir erwarten.

Tipp 1: Wenn ihr einen ähnlichen Trip plant wie wir, sprich Andalusien & die Algarve mit dem Mietwagen zu erkunden, und in Andalusien landen wollt, vergleicht die Flughäfen Sevilla und Jerez de la Frontera. Wir wollten ursprünglich in Sevilla landen, als wir fest buchen wollten, hätten wir für uns beide zusammen fast den doppelten Preis bezahlt (mit RyanAir!), als für Flüge mit Condor nach Jerez. Zudem hatten wir deutlich bessere Flugzeiten, sodass wir volle elf Tage unterwegs waren, wobei die Flüge nach Sevilla nur neun richtige Tage ergeben hätten. Kleine Flughäfen und ein Vergleich lohnt sich!

Ich bin ehrlich: Er war es nicht. Ich möchte nicht von Enttäuschung sprechen, denn wir hatten trotzdem zwei super erste Tage, um in den Urlaub reinzukommen, haben zwei schöne Strände entdeckt, erste Sonne und Bräune getankt, gut und mit View über die Stadt gegessen und sind erst einmal richtig angekommen. Nichtsdestotrotz ist Albufeira leider eher das Gegenteil von dem, was wir uns unter einem perfekten Urlaubsort vorstellen. Sehr, sehr touristisch, laut, partylastig. Typisches Touri-Essen, die klassischen Touri-Shops und in dem Teil der Stadt, in dem wir gewohnt haben, lag zu allem übel die Partymeile. Wer also feiern möchte wie in El Arenal auf Mallorca oder in Lloret de Mar, der ist dort definitiv richtig. Für uns war es der Start in den Urlaub, aus dem wir das Beste für uns gemacht haben – nicht mehr und nicht weniger, also keine Empfehlung von meiner Seite.

Tipp 2: Genauer nachforschen. Das ist die Kehrseite eines spontan gebuchten Urlaubs – man kann auch auf die Nase fallen. Dass wir umgekehrt auch wahnsinnig positive Erfahrungen gemacht haben, werdet ihr noch lesen. Vielleicht ist Albufeira genau das, was ihr sucht – in unserem Fall war dem nicht so. Aber: Es liegt immer an einem selbst, also macht auch bei Negativ-Erfahrungen das Beste draus!

Oh – doch, ich will nicht so sein. Die zwei Spots, wo wir wirklich nett gegessen haben, sind zum einen das “American Diner II” in der Estr. de Santa Eulalia – typisch amerikanisches Frühstück mit gestapelten Pancakes in allen Variationen, French Toast, Eierspeisen, Shakes und guter Kaffee. Das andere Restaurant war ein Glücksgriff inmitten der Partymeile, da wir an diesem Abend irgendwo in Nähe des Hotels essen wollten. Das italienische Restaurant “The Market” (Avenida Sa Carneiro) liegt im Obergeschoss eines Gebäudes mit Blick über die abfallenden Häuser hinweg aufs Meer, Sonnenuntergang inklusive – also wirklich schön, für die Gegebenheiten dort.

Lagos

Kommen wir zum zweiten Spot in Portugal in diesem Jahr – und wie angekündigt wollten wir einige Tage in unserer Lieblingsstadt Lagos verbringen. Wir wussten schon was uns erwartet und haben – ganz untypisch für mich – tatsächlich einige Dinge, die uns letztes Jahr so wahnsinnig gut gefallen haben, wiederholt. Haben zwei Restaurants erneut aufgesucht, die wir sehr mochten und haben den gleichen Strand besucht, der uns gut gefallen hat.

Cascade Lifestyle & Wellness Resort

Die drei Nächte haben wir im Highlight-Hotel unserer Reise verbracht – dem Cascade Lifestyle & Wellness Resort. Dazu gibt es eine ‘lustige’ Geschichte, denn letztes Jahr sind wir an unserem ersten Tag an der Algarve, auf dem Weg vom Ponta de Piedade in Richtung auserwählter Strandbucht an dem Resort vorbei gelaufen und aufgrund des ersten Eindrucks – schöne Anlage, toller Pool, Beach-Cabanas mit Blick aufs Meer – beschlossen, irgendwann einmal in diesem Hotel zu wohnen. Gesagt, getan haben wir dieses Jahr als kleines Highlight unserer Reise drei Nächte dort gebucht und diesmal andersherum die Menschen beobachtet, die an der Anlage entlang zum Strand gestapft sind. Wer hätte das gedacht…

Das Hotel ist wirklich ein Traum. Wahnsinnig entspannend, weitläufig und schön angelegt, gutes Frühstücksbuffet, super ruhige und doch stadtnahe Lage, liebe und zuvorkommende Mitarbeiter. Wir haben dreieinhalb Tage wirklich nur am Pool gelegen, uns entspannt, gesonnt, gelesen – ich für meinen Teil habe bestimmt die Hälfte der Zeit in meinem Flamingo und ‘nem Buch im Pool verbracht – und den Abend im Hotel in der Beach Cabana ausklingen lassen. Wir waren extrem traurig, als die Tage dort vorbei waren und möchten tatsächlich noch mal irgendwann wieder kommen. Für uns hat Lagos, unser kleiner Happy Place an der Algarve, dadurch noch mal einen Funken Zuneigung dazu gewonnen.

Tipp 3: Gönnt euch mal was! Ich weiß, dass das Cascade Resort in keinem Fall etwas ist, was man ‘mal eben so bucht’, weil es preislich einfach gehoben ist. Auch wir brauchen solch einen Luxus nicht zwingend und die anderen Hotels auf unserer Reise waren ein anderes Kaliber. Doch haben wir gemerkt, wie gut uns speziell diese drei Tage besondere Erholung und extravagantes Umfeld uns nach vielen, anstrengenden Monaten getan haben. Das Hotel war keine Kooperation oder ähnliches, sondern frei heraus von uns gebucht und einfach eine Empfehlung von Herzen. 

Praia do Canavial

Direkt unterhalb der Küste, auf der das Hotel gelegen ist, liegt der Praia do Canavial. Der Strand, zu welchem wir letztes Jahr gelaufen sind und dabei das Resort entdeckt haben. Auch dieses Jahr haben wir einen Vormittag in der Bucht verbracht, bevor es uns wieder zurück ins Hotel zog. Der Strand gefällt uns nach wie vor sehr, sehr gut – generell haben viele der portugiesischen Steilküsten an der Algarve total was, man ist umgeben von orangebraunem Stein, weißem Sand und hohen Wellen; wirklich eine tolle Kulisse.

Im letzten Jahr habe ich euch die fünf Strände, die ich euch an der Algarve empfehlen kann, in einem extra Beitrag gezeigt. Dieses Jahr waren wir zwar an zwei Stränden in Albufeira und an diesem hier, welchen wir letztes Jahr schon besucht haben, einen extra Beitrag wird es jedoch nicht geben. Ich kann euch weiterhin am meisten diese 5 Strände hier empfehlen :)

Lagos Stadt

Für uns die mit Abstand schönste Küstenstadt an der Algarve ist Lagos. Manchmal verliebt man sich in einen Ort und macht es damit ein bisschen zu seinem. Wir haben einen flüchtigen Moment darüber nachgedacht, ob wir letztes Jahr etwas empfunden haben, was nicht da ist – ob wir irgendwie enttäuscht werden, wenn wir dieses Jahr hinfahren und unsere Lagos-Seifenblase platzt. Doch ganz im Gegenteil – wir haben uns sofort irgendwie “Zuhause” gefühlt, haben die kleinen Gassen mit neuen und doch vertrauten Augen gesehen, kannten viele Wege bereits aus unserer Erinnerung und haben ganz automatisch die Ecken, die uns besonders gefallen haben, wieder entdeckt.

Ein Anlaufpunkt für uns war wieder der Besuch im Restaurant “The Garden”, welches mit die besten Rippchen hat, die ich je gegessen habe. Ich esse mittlerweile ja sehr, sehr selten Fleisch – nur 1-2x im Monat – und reserviere mir diese Gelegenheiten dann für besondere Momente oder Dinge, auf die ich wirklich Lust habe. Im letzten Jahr habe ich euch 12 Restauranttipps in Portugal gegeben – darunter auch “The Garden”. Im Blogpost findet ihr noch mal die genaue Adresse, Preise und Co.

Tipp 4: Reserviert im Voraus einen Tisch. Gerade abends ist das Restaurant immer ausgebucht, wir haben sogar 2-3 Tage vorher angerufen und haben an unserem Wunschabend keinen Tisch mehr bekommen. Ihr könnt glaube ich auch eine Mail schreiben, im Zweifel dann bevor ihr den Urlaub antretet. Glaubt mir, das Restaurant lohnt sich so so sehr!

Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass Lagos für mich die absolute Top-Empfehlung an der Algarve und ein Must-Do ist. Wenn ihr auf süße Gassen, kleine Boutiquen, nette Restaurants und Bars, ganz viel Street Art, bunte Häuser und hübsche Dekorationen, eine nette Promenade am Hafen und einfach ein tolles Flair steht, dann seid ihr dort goldrichtig. Natürlich gibt es auch dort Touristen und auch den ein oder anderen, touristischen Laden, das ist nicht zu vermeiden in einem Land, das mitunter von Tourismus lebt. Trotzdem ist es zu 100% etwas anderes, als beispielsweise Albufeira.

Bevor ihr wegen der Outfits fragt – ich werde einen eigenen Blogpost mit allen Sommerlooks erstellen, da ich es diesmal nicht schaffe bzw. der Sommer einfach schon zu weit zurückliegt, als dass es sinnvoll wäre, zu jedem Look einen eigenen Beitrag zu verfassen. Außerdem haben wir dieses Mal wirklich deutlich mehr Wert auf entspanntere Fotos gelegt – heißt: keine Outfitshootings, alles nur Schnappschüsse und Gelegenheitsfotos. Mag nicht so aussehen, wenn trotzdem schöne Fotos dabei herauskommen, aber manchmal ist weniger mehr und alle Fotos hier wurden innerhalb von wenigen Minuten und meist mit der Serienfunktion des iPhones oder der Kamera gemacht.

Arrifana

Letztes Jahr haben wir in Arrifana gewohnt und von dort aus all die Plätze an der Algarve erkundet. Da wir auch dort ein nettes Restaurant gefunden haben und noch mal durch unsere letztjährige ‘Hood’ fahren wollten, sind wir auch in diesem Jahr noch mal für einen Abend dorthin. Eigentlich wollten wir im ‘Oceano‘ essen, leider haben wir falsch geguckt und der Laden hatte geschlossen. Zum Glück jedoch war das Partnerrestaurant ‘Sea You Surf Café‘ geöffnet, welches tatsächlich das Gericht unserer Wahl ebenfalls anbot.

Das Flair an der Westküste ist noch mal ein ganz anderes als im Süden Portugals. Irgendwie rauer, purer – das sieht man auch am Licht. Wenn ihr einen Mietwagen und etwas Zeit habt, dann fahrt auf jeden Fall mal nach Aljezur und Arrifana rüber – etwa 40 Minuten von Lagos entfernt. Ihr werdet es nicht bereuen und eine ganz andere Seite der Algarve und vor allem Natur auf dem Weg dorthin erleben.

Ich denke, meine Worte und Bilder sprechen für sich, wieso die Algarve unser Herz gewonnen hat und unser Happy Place ist. Das war ganz sicher nicht das letzte Mal an diesem Ort – auch wenn der nächste Sommerurlaub wohl doch mal wieder woanders hin gehen wird. Teil 2 unseres Roadtrips nach Andalusien sowie den 2-Tägigen Zwischenstopp im schönen Sevilla findet ihr hier!

6 Kommentare

  1. Caro
    27. September 2018 / 23:07

    Klasse Fotos, Vivi! Immer wieder schön, von deinen Reisen zu lesen :)

    • Vivien
      Autor
      29. September 2018 / 15:26

      Vielen Dank meine Liebe :)

  2. Elisa
    28. September 2018 / 14:52

    Man kann definitiv verstehen, dass dieser Ort dein “Happy Place” ist – wunderschön! Mein Lieblingsplatz, außerhalb von Deutschland und meiner Familie, ist Griechenland, insbesondere Mykonos. Ich liebe die hübschen Häuser und Gassen, die Menschen, das Essen – ich fühle mich immer sofort Zuhause dort! Ich glaube, dieses Gefühl meintest du damit, oder?

    Alles Liebe dir! Elisa

    • Vivien
      Autor
      29. September 2018 / 15:26

      Oh wie lieb, vielen Dank :) Ich finde Portugal auch einfach nur wuuunderschön! Wirklich – ein absoluter Lieblingsplatz auf der Welt! Griechenland mag ich auch sehr, auf Mykonos war ich noch nie, soll aber noch kommen! :) Ja genau, dieses Gefühl meinte ich damit…

  3. Sarah-Sofia
    29. September 2018 / 11:31

    Du hübsche Maus, das sind tolle Fotos geworden!!! :))

    • Vivien
      Autor
      29. September 2018 / 15:25

      Oh, lieben Dank du Süße! :)

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