Travel: Portugal – Algarve – Die 5 schönsten Strände

Bereits in meinem XXL Algarve Traveldiary habe ich diesen Beitrag angeteasert – die schönsten Strände und abgelegensten Buchten, die wir während unseres Portugal-Urlaubs erkundet haben. Schon zuvor hatte ich von der wundervollen Natur Portugals gesprochen. Die krassen Kontraste zeigen sich gerade in den Buchten, wenn man feinsten, beigefarbenen Sand unter sich hat und hinter einem steile Felswände emporragen. Wenn die Farbe es Wassers – alle Farben von Türkis über Dunkelblau – einen zum Baden einlädt, während die teilweise meterhohen Wellen des Atlantiks lauern.

Wir haben es total genossen, in unserer Woche dort jeden Tag einen anderen Strand der Algarve zu entdecken, uns einfach treiben zu lassen, spontan Abenteuer zu erleben und zu schauen, welches Beach-Szenario das Land heute für uns bereit hält. Ich möchte euch heute nicht nur unsere 5 schönsten Strandempfehlungen verraten, sondern auch zu jedem eine kleine Geschichte erzählen – wie wir ihn fanden, was wir dort erlebt haben und was ich möglicherweise mit dem Tag dort verbinde. Ich teile ein bisschen Urlaubserinnerung mit euch – und versetze mich selbst erneut hinein.

Man muss außerdem sagen, dass wir kein Mal enttäuscht wurden. Ich bin der Meinung, dass man – sofern man sich von den klassischen, überlaufenen Stränden fern hält – auch an vielen, weiteren Ecken sein Glück findet und die gezeigten Strände hier nicht die einzigen sind, die man unbedingt gesehen haben muss. Ein Grund mehr für uns, wiederzukommen!

Strand Vacation Travel Portugal Algarve Beste Strände Canavial Praia do

1. Praia do Canavial

An unserem ersten, richtigen Urlaubstag ging es direkt in den Süden Richtung Lagos. Wir hatten geplant, erst einmal ruhig zu starten und in unserer Umgebung zu bleiben, aber wie bereits berichtet, war bei uns das Wetter immer effektiv 6-8°C kälter und besonders am Morgen sehr neblig und bedeckt. Die Entscheidung für die Fahrt in den Süden war also spontan gefallen. Von uns aus fuhr man nach Lagos lediglich 30 Minuten, was absolut moderat war.

Wir sind zum Ponta da Piedade, einer Aussichtsplattform mit Leuchtturm gefahren, haben dort kostenlos geparkt und sind vom Auto aus zu Fuß weiter. Auf dem Weg von Aljezur nach Lagos haben wir angehalten und in einem kleinen Kiosk für 6,50€ einen Schirm gekauft – Must Do! An den unbewachten Stränden und Buchten geht ihr sonst ein und vor Ort kostete so ein Ding gleich drei mal so viel.

Was soll ich sagen? Gleich der erste Strandtag war ein Abenteuer – es hat sich aber absolut gelohnt. Wir sind vom Ponta da Piedade aus Richtung Westen an den Steilklippen entlang gelaufen (die Tour könnt ihr oben auf der Google Maps-Karte erkennen) und haben immer mal wieder angehalten, um die absolut atemberaubende Natur zu bewundern und ein paar Fotos dieser zu schießen. Ich habe ungelogen Hunderte von Fotos mit türkisem Wasser, Steilküsten und Agaven, die für Außenstehende wahrscheinlich alle gleich aussehen… man selbst denkt einfach, eins, zwei, siebzehn Fotos sind nicht genug.

Ihr lauft wie gesagt einfach gen Westen (etwa 15-30 Minuten, je nachdem, wie viele Stopps ihr einlegt) und findet euch irgendwann vor einer Art Kletterwand mit steilen Treppenstufen wieder, die ihr herunter müsst. Lasst euch gesagt sein, dass besonders der Aufstieg hinterher ziemlich anstrengend ist – wir waren leider ein bisschen unvorbereitet und dehydriert, weshalb mir sogar ein bisschen flau geworden ist bei all der Hitze und dem Hunger.

Aber: Ihr findet eine wunderschöne, ziemlich leere Bucht vor. Hinter euch steile Küste, vor euch das schönste Wasser. Übrigens gibt es auch dort Ebbe und Flut, weshalb wir einfach darauf gewartet haben, dass uns das Wasser erreicht – unser auserkorener Zeitpunkt, zu gehen. Mit den 15-20 anderen Badegästen auf die gesamte Fläche verteilt konnte man wunderbar entspannen, Wellen beobachten, ein paar Seiten lesen, Bräune und Sonne tanken und den Urlaub einläuten! Von der Idylle her, ist der Praia do Canavial mit unser Lieblingsstrand.

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2. Praia do Amado

Tag zwei sollte ein Strand in unserer Nähe, an der westlichen Atlantikküste besucht werden. Auch wenn es morgens bis tagsüber ein paar Grad kühler war, als ganz im Süden des Landes, so handelte es sich trotzdem um 25 Grad, die in der Sonne liegend auch durch den Nebel ganz schön knallen. Dort habe ich mir übrigens einen ersten Sonnenbrand geholt, sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt.

Jedenfalls ging es für uns zum Praia do Amado, welchen wir mithilfe von Google Maps und den Satellitenbildern zu unserem Beach of the Day auserkoren hatten. Wir stellten schnell fest, dass gerade dieser Strand ein absoluter Surf-Spot ist und sich zu 90% Surfer an diesem Ort tummeln. Nach dem Ausflug zum Praia do Canavial war ich etwas enttäuscht, dass er eben nicht (nahezu) menschenleer ist – und die knallende Sonne hat mir gefehlt. Dahingehend wurde ich als Strafe mit leichtem Sonnenbrand belohnt, wie ihr bereits wisst…

Was das rege Treiben dort betraf – in Portugal haben wir keinen Strand erlebt, an dem man dicht an dicht liegt. Im Gegenteil hat man, ganz anders als am Ballermann und Co., stets einen Radius von 20m Platz um sich herum Platz, gerne auch weitaus mehr, wenn man will. Für meinen Freund, der nicht gerne am Strand liest, war es angenehm, ein paar Leute und Surfanfänger zu beobachten, da man wirklich viel zu sehen hatte – eine absolute Abwechslung zum Tag davor und ebenfalls ein Tipp; gerade, wenn ihr vielleicht auch Lust auf Wellenreiten habt. Außerdem finde ich, in Anbetracht der Fotos oben, haben die nebligen Aufnahmen mit nahezu verschwindenden Surfern total was für sich, findet ihr nicht?

Apropos Wellen – die sind gerade an der Atlantikseite im Westen wirklich wahnsinnig hoch und tosend, mir hat es an diesem Strand direkt beim Wellenhüpfen mein Bikinioberteil wegrissen, haha. Die Algarve ist nicht umsonst bekannt für ihre Surftauglichkeit, das hat der Strand uns zweifellos bewiesen.

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3. Praia do Tonel

Ich weiß nicht wieso, aber am wärmsten ums Herz wird mir, wenn ich an diesen Strand zurückdenke. Vielleicht ist es die konkrete Urlaubserinnerung, die damit zusammen hängt. Wir hatten vor, auf dem Rückweg von unserer Kajaktour einen Stopp am südlichsten Punkt Portugals und der Algarve einzulegen, am Fortaleza de Sagres. Zum einen war es ein wahnsinniges Gefühl, an der wirklich atemberaubenden Steilküste zu stehen und zu wissen: hier kommt erst mal – nichts. Nur der riesige Atlantik, der große Teich. Nichts, nichts, und noch mehr nichts, und dann irgendwann: Amerika. Verrückte Weite, mulmig-schönes Gefühl und irgendwie ein bisschen emotional, wenn man sich darauf einlässt. Man fühlte sich ganz, ganz klein.

Und während wir so an den Klippen standen, blickten wir immer wieder auf den Strandabschnitt Praia do Tonel, der von oben mindestens genauso schön aussah, wie unten. Und obwohl unser Plan war, zeitig nach Hause zu fahren, uns für den Abend fertig zu machen und in eine andere Stadt zu fahren, zog er uns magisch an – und wir warfen alle Pläne über Bord.

Ihr seht, wie tief die Sonne bereits stand? Die nächsten zwei, drei Stunden verbrachten wir im Sand, quatschten über Gott und die Welt, unternahmen einen kleinen Ausflug ins Meer, das gerade dort wahnsinnig angenehm vom Wellengang her war, und ließen Pläne Pläne sein. Erst kurz vorm anfänglichen Sonnenuntergang erst verließen wir die Bucht, machten uns auf den Heimweg und entschieden uns stattdessen für ein Fischrestaurant ganz bei uns in der Nähe, als noch ewig Strecken zurückzulegen. Beste Idee ever! Ein Hoch auf Spontanität…

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4. Praia da Bordeira

Für den vierten Tag hatten wir uns auf der Karte den Praia da Bordeira ausgeguckt. Mit einem weiteren Strand an der Westküste hatten wir somit bisher jeweils zwei im Süden und zwei am westlichen Atlantik erkundet. Gefiel uns übrigens gut, der Mix.

Ich glaube, dieser Tag war tatsächlich der schönste und sonnigste in unserer Ecke – ich finde es immer noch Wahnsinn, dass diese 15-25km Distanz von uns bis ganz in den Süden Temperaturunterschiede von vielen °C ausmachten und das Wetter wirklich komplett anders sein konnte.

Den Praia da Bordeira fährt man von hinten aus an –  und sogleich erstreckt sich eine gefühlt kilometerweite Sandfläche vor einem, an dessen Ende man das Meer am Horizont entdeckt. Ein bisschen könnt ihr es auf den Fotos erahnen, wobei die Sandfläche sich noch viel weiter nach rechts zieht. Wir sind seitlich an der Bucht vorbei gefahren, um oberhalb auf der Küste zu parken und anschließend eine Holzbrücke herunter zum weitläufigen Strand gelaufen – mal wieder ein ganz anderes Szenario.

Ein etwas belebterer Strand, wobei ihr auch hier auf den Fotos erkennt, dass wirklich genügend Platz und Freifläche für alle ist. Dies hier war der erste, bewachte Strand mit Rettungsschwimmer-Abschnitt, da auch hier viele Surfer ihr Glück finden. Auch eine kleine Snackbude gibt es dort, wo wir uns zum Abschluss noch ein Eis holten – somit auch das erste und einzige Mal Verpflegung am Strand.

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5. Praia da Balança

Das mit Abstand größte Abenteuer erwartete uns am letzten Strandtag. Wenn ich dachte, dass der Abstieg am ersten Tag schon ein wenig wild war, so hatte ich nicht mit Tag Nummer fünf gerechnet.

Wir hatten den Praia da Balança während unserer Kajaktour entlang der südlichen Algarve entdeckt und direkt als unseren Place to Be auserkoren. Unser Kajak-Guide hatte uns erzählt, dass man diesen nur per Kajak/Boot oder “Natural Steps” erreicht. So weit, so gut.

Ihr ahnt es? Die “Natural Steps” könnt ihr auf dem Bild unten rechts erkennen. Eine Klippe, teilweise mit 1,5m hohen Vorsprüngen, die es runter zu hüpfen bzw. rauf zu klettern galt. In Flipflops, mit Taschen, Handtüchern, Wasserflaschen, Sonnenschirm beladen. Na besten Dank…

Ich bin bei so was überhaupt kein ängstlicher Mensch und klettere grundsätzlich überall rauf und runter, aber der Abstieg war zwischendurch wirklich tricky. Auch beim Aufstieg hinterher, den ich übrigens barfuß bestritten habe, um mich besser an den Felswänden links und rechts abstützen zu können, dachte ich eine Millisekunde, dass ich eventuell für immer an diesem Strand bleiben müsse…

Aber: Es lohnt sich. Wenn die Kajaktouren nicht wären, die in regelmäßigen Abständen dort eintrudeln, ist es eine wunderschöne, einsame Bucht mit glasklarem Wasser. Und: zumindest was Nicht-Kajaktouristen betrifft, absolut nicht überlaufen. Schließlich würde nicht jeder in dieser steilen Felsklippe auf den ersten Blick “Natural Steps” erkennen. Tue ich nicht mal auf den fünfzehnten und nach dem eigenen Erklimmen, um ehrlich zu sein. Also: Geheimtipp-Alarm, versucht euer Glück!

5 Kommentare

  1. 11. August 2017 / 12:35

    Ich bin ja eigentlich kein Sonnenanbeter und ziehe die nördlichen Länder vor. Aber diese BIlder sind einfach traumhaft. Wunderschöne Strände , da bekommt man wirklich richtiges Fernweh :)

    Liebe Grüße Anni von http://hydrogenperoxid.net

    • 11. August 2017 / 12:44

      Ohh, der Norden hat auch total etwas für sich! Wir sind im Herbst in Skandinavien, da freue ich mich auch schon wie verrückt drauf! :) Aber ja finde ich auch – vielleicht ist Portugal gerade deshalb etwas für dich, besonders die Atlantikseite (Strände 2&4, die ich vorgestellt habe) – denn da ist es ja nicht so brüllend heiß und ultra sonnig, wie ganz im Süden! :)

    • 13. August 2017 / 20:52

      Das war er!! Danke für dein Feedback! :)

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