Nach fünf Tagen an der portugiesischen Algarve und zwei Tagen in Sevilla verbrachten wir die letzten drei, vier Urlaubstage an der Küste Andalusiens in der Region Cadiz. Mein Freund und ich waren beide noch nicht in dieser Ecke Spaniens und hatten insbesondere viel von den wunderschönen Stränden Andalusiens gehört und gelesen.

Während unserer drei Nächte Aufenthalt dort haben wir in Conil de la Frontera geschlafen, einer Stadt direkt am Meer, etwa auf halbem Weg zwischen Cadiz und Tarifa. Neben der Stadt Conil an sich, haben wir auch Abstecher nach Tarifa, Cadiz selbst und sogar Gibraltar gemacht – worüber ich noch einen minikleinen Extrabeitrag schreibe, da dieser hier fototechnisch sonst den Rahmen sprengt. Welche Plätze uns besonders gut gefallen haben und wo ihr meiner Meinung nach nicht unbedingt hin müsst, lest ihr jetzt. <3

Conil de la Frontera

Wir schliefen auf Empfehlung durch Freunde die drei Nächte in einem kleinen Hotel mit Pool in Conil de la Frontera. Das Hotel war völlig in Ordnung, die Stadt selbst hatte es uns leider nicht so angetan – wobei wir hinterher unsere Meinung ein wenig revidieren mussten. Den ersten Tag verbrachten wir nach Ankunft aus Sevilla an einer süßen Strandbucht, die wir vom Hotel aus empfohlen bekommen hatten. Die Strände in Conil de la Frontera sind in kleinen Buchten angelegt – generell gilt die Regel, je weiter weg von der Stadt, desto ruhiger.

Da wir nach wie vor unseren Mietwagen hatten, war es kein Problem, die insgesamt 15 Minuten mit dem Auto bis zur Bucht zu fahren – uns erwartete knallblaues Meer, hoher Wellengang, feinster weißer Sand und tatsächlich wenige Menschen. Klar, ganz alleine ist man nie, aber auf dem Foto unten lagen wir fast ganz am Meer und hinter uns war alles komplett frei – lediglich am Meer selbst lagen alle paar Meter ein paar weitere Strandbesucher, meist Spanier selbst.

Wir haben leider ein sehr windiges Wochenende erwischt (ein Grund mehr, weswegen wir die abgelegenste Strandbucht ans Herz gelegt bekamen; sie ist windgeschützter) weshalb uns der Sand manchmal ganz schön zu schaffen machte und wir mehr als einmal besonders auf den beinahe wegfliegenden Sonnenschirm achten mussten.

Wir lagen bis zum Sonnenuntergang am Strand und fuhren dann sandig und in Strandklamotten für ein kleines Abendessen nach Conil rein, an die Promenade. Leider war es dort relativ touristisch; der kleine Markt an der Promenade war ganz süß und brachte mir mein Muschel-Fußbändchen ein. Danach hieß es: Sich für ein Restaurant entscheiden, und das war leichter gesagt als getan. Die Spanier essen spät, dementsprechend waren wir gegen 21 Uhr genau zur Primetime unterwegs. Dort, wo wir waren, war es super voll, laut, touristisch und so gar nicht, wie wir es uns nach dem schönen Strandtag vorgestellt hatten. Nach vielem hin und her (gar nicht unsere Art!) entschieden wir uns für irgendein Restaurant, aßen letzten Endes ganz gut und fuhren ins Hotel. Eher ernüchtert von der Stadt an sich, ob des vielen Tourismus aus typischen Touri-Restaurants, Geschäften und Plastikstuhl-Flair. 

Den Samstag verbrachten wir in Gibraltar und Tarifa und kehrten erst am Sonntag wieder zu unserem Strand zurück – weiterhin happy mit unserer kleinen Strandoase. Leider war der Wind noch doller als am Freitag, weshalb wir irgendwann unsere Zelte abbrechen mussten. Abends ging es dann auf ein Treffen mit Freunden, vorher aßen wir in einer kleinen Gasse eine sehr gute Pizza, ich kaufte mir zwei, drei Sommerkleider in einer kleinen Boutique und generell entdeckten wir an diesem Abend weitaus schönere Ecken als noch am ersten Abend.

Heißt: Meinung ein wenig revidiert, man kann definitiv auch schöne Ecken in Conil de la Frontera entdecken und eine gute Zeit haben, es gibt kleine Gassen zum herumschlendern, die Häuser und Dekoration ist süß und die Strände sind wirklich wahnsinnig schön – wahrscheinlich nicht nur der, an dem wir die beiden Strandtage waren!

Tarifa

Samstag fuhren wir nach dem Frühstück von Conil aus mit unserem Mietwagen nach Gibraltar – wie erwähnt möchte ich darüber einen kleinen Extrabeitrag schreiben, immerhin ist das britische Überseegebiet streng genommen auch ein eigenes Land. Auf dem Rückweg von Gibraltar kommt man am Surferort Tarifa vorbei – und glaubt’s mir, wir waren sofort angetan. Leider hatte ich sogar im Vorfeld häufiger Tarifa empfohlen bekommen, da unsere Freunde jedoch in Conil wohnten, wir ein Treffen vereinbarten und es aufgrund der Distanz einfach halten wollten, entschieden wir uns ebenfalls, dort zu wohnen.

Das, was wir von Tarifa gesehen haben, hat uns sofort überzeugt. Süße, weiße Häuschen, totales Surferflair, kleine Strandhäuschen und Restaurants, ein riesiger weißer Sandstrand. Die Innenstadt haben wir leider nicht gesehen, der Ort steht jedoch in jedem Fall noch mal ausgiebiger auf meiner imaginären Reiseliste! Wusstet ihr, dass Tarifa der engste Punkt bzw. die geringste Distanz zwischen Europa und dem afrikanischen Festland, genauer Marokko, ist? 

Wie erwähnt hatten wir das windigste Wochenende seit langem an der andalusischen Küste erwischt und so war der Weg vom Strand bis über die Brücke zum südlichsten Punkt kein Vergnügen – wir sind beinahe weggeweht, der Strandabschnitt war teuflisch, immerhin wehte uns der Wind mit ziemlich extremer Windstärke den Sand gegen die nackten Arme und Beine (nicht angenehm) und auf der Brücke schlugen uns Wassermassen entgegen. Dennoch einen Gang wert – was tut man nicht alles, um mal am nächsten Punkt zu Afrika gestanden zu haben, nicht wahr?

Von Tarifa aus sind wir auf der Schnellstraße weiter Richtung Conil gefahren und ganz spontan am Strand Tangana abgebogen, ursprünglich nur, um mal zu schauen, was dort so los ist. Am Ende verbrachten wir erst anderthalb Stunden damit, Windsurfern und Kitesurfern beim Surfen zuzuschauen (es fand sogar eine Art Surfcup statt; was die Surfer teilweise für Drehungen und Schrauben in der Luft machen… Wahnsinn!), um dann schließlich auch vor Ort in einem süßen Strandrestaurant dort eine Art Poké-Bowl zu essen. Der perfekte, spontane Abschluss unseres Tages und für uns persönlich genau die Art von Urlaub, wie wir es uns vorstellen. 

Wir haben beschlossen: Sollten wir irgendwann einmal nach Andalusien zurückkommen, dann wohnen wir 1. auf jeden Fall in Tarifa und 2. nehmen wir uns vielleicht sogar ein, zwei Wochen Zeit und machen einen Kitesurf-Kurs. Wäre doch was, oder? Kann jemand von euch Kitesurfen?

Cadiz

Ich hatte im Portugalbeitrag erwähnt, dass wir mit den Flügen von Hamburg nach Jerez de la Frontera (etwa 30 Minuten von Conil de la Frontera entfernt) nicht nur viel günstigere Flüge geschossen hatten, sondern auch zeitlich fast zwei Tage Urlaub mehr herausbekamen. Wir landeten um 8 Uhr morgens in Jerez und flogen 11 Tage später erst gegen 20 Uhr abends wieder los – was bedeutete, dass wir am Montag noch einen ganzen Tag Urlaub geschenkt bekamen. Am Pool oder Strand liegen wollten wir nicht mehr und so entschieden wir uns, auf dem Rückweg noch einen Schlenker über die Halbinsel-Stadt Cadiz zu machen.

Cadiz hat rund 120.000 Einwohner und ist somit eher klein, aber definitiv ganz süß. Anfangs dachten wir, auch dort wäre es relativ touristisch (am Ende muss man ehrlich sein: Jedes Land, das von Tourismus lebt und viele, hübsche Ecken hat richtet sie irgendwie für Touristen her, schon klar!), doch gerade die Spitze mit der Altstadt, vielen bunten Häuschen und Gassen, Restaurants, Cafés und kleinen Boutiquen hat uns gut gefallen. Ein kleines Mittagessen, ein bisschen bummeln und noch ein Kaffee unterwegs – und schon ging es schon zum Flughafen, irgendwie sitzt man ja doch auf heißen Kohlen, wenn es langsam heim geht.

Cadiz kann ich auf jeden Fall empfehlen, wenn ihr sowieso in der Gegend seid und einen Mietwagen habt. Generell bietet sich Andalusien und die gesamte Küste sehr für einen Roadtrip an, weil es eine Menge kleiner Städtchen gibt, die man erkunden kann – und zwischendrin super viele, idyllische Strände mit Karibik-Feeling. 

4 Kommentare

  1. Rieke
    11. Oktober 2018 / 12:06

    Ich bin gerade letzte Woche aus meinem 3. Andalusien-Urlaub wiedergekommen und freu mich sehr über deinen Beitrag und dass es euch dort auch so gut gefallen hat! :)
    Diesmal war ich auch das erste Mal in Tarifa und liebe es genauso sehr wie ihr <3 Was ich euch, solltet ihr nochmal hinfahren, auch empfehlen kann – gerade, wenn euch Conil einen Tick zu touristisch war – ist Vejer de la Frontera. Ein süßes Bergdorf, ebenfalls eins der Weißen Dörfer und insgesamt etwas ruhiger als Conil. Cadiz ist auch immer ein Highlight, falls ihr nochmal da seid und mehr Zeit habt, schaut euch die Camera Oscura an! :)

    Ok, ich schwelge jetzt noch ein wenig weiter in Erinnerungen.
    Liebe Grüße!
    Rieke

    • Vivien
      Autor
      11. Oktober 2018 / 15:58

      Ahhh vielen Dank für deine tollen Tipps, Rieke! :) Die helfen sicher auch anderen…

      Wir haben tatsächlich vor, noch mal iiirgendwann dahin zurück zu kommen (waren ja diesen und letzten Sommer in Portugal und diesen eben zusätzlich noch in Andalusien und wollen die nächsten 1,2 Jahre wieder was anderes machen, haha) aber irgendwann möchten wir nach Tarifa und dort mal Kitesurfen ausprobieren :D Da ergibt sich das sicher, weil wir 100% wieder einen Mietwagen haben! Merke mir also gerne deine lieben Tipps!

  2. Juliane
    12. Oktober 2018 / 9:45

    Was für schöne Fotos, Vivi! Da bekommt man gleich Lust auf Urlaub :)

    Liebste Grüße, Juliane

    • Vivien
      Autor
      12. Oktober 2018 / 18:34

      Herzlichen Dank <3 :)

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