Jedem von uns stehen 24 Stunden am Tag zur Verfügung. 1.440 Minuten, um das Beste, Sinnvollste aus einem Tag herauszuholen. Doch was genau ist nun der richtige Weg, um seine kostbare Zeit damit zu füllen? Wie finde ich die – ganz allein für mich – richtige Balance?

Diese Frage habe ich mir in den vergangenen Monaten sehr häufig gestellt. Ich spüre einen innerlichen Druck, den ich mir irgendwie selbst auferlegt habe und von welchem ich mich gerade versuche, zu distanzieren. Ihn los zu werden. An den 24 Stunden, die ein Tag hat, werden wir nicht herum schrauben können – und manchmal frage ich mich, ob das überhaupt etwas ändern würde. Wie oft höre ich mich selbst sagen, dass mein Tag mehr Stunden bräuchte, um allen Baustellen, allen Vorhaben gerecht zu werden. Doch würde ich meine Zeit ‘sinnvoller’ nutzen und aufteilen, wenn es zum Beispiel 30 Stunden täglich zur Verfügung gäbe?

Ich denke momentan viel darüber nach, was der richtige Ansatz ist, seine Zeit zu nutzen. In welche Dinge, welche Menschen, welche Projekte man sie investieren sollte, um an sein Ziel – was auch immer dieses sein mag – zu kommen. Um am Abend einzuschlafen, mit einem Lächeln im Gesicht – weil man einen guten, erfolgreichen Tag hatte.

Gute Tage definiert jeder anders. Für den einen mag es ein ganzer Tag Serien gucken und Schoki essen im Bett sein, für den nächsten ist es die Gewissheit, seine Energie in etwas Produktives gesteckt zu haben, was direkte Ergebnisse liefert. Doch was, wenn ich von allem etwas bin? Was, wenn wir alle alles sind?

Ich befinde mich täglich in einem neuen Struggle. Fühle mich aktuell nur gut, wenn ich das Gefühl habe, in jeden meiner Bereiche angemessen Zeit investiert zu haben. Finde mich manchmal abends wieder, nach einem langen Tag, und erinnere mich mit Unbehagen daran, dass ich doch eigentlich täglich lesen wollte – und zwinge mich fast dazu, nur um es erledigt zu haben. Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes, denn irgendwie bleibt dann doch immer etwas auf der Strecke.

Momentan befinde ich mich im Rahmen meiner Masterarbeits-Erarbeitung in einer gewissen Ausnahmesituation – abgesehen vom Blog konzentriere ich mich voll und ganz auf dieses Thema, weshalb beispielsweise Lesen eher in Richtung Recherche und Lektüre geht und meine Gedanken generell viel um meinen Fokus kreisen. Aber: dieser Text ist schon vor einer Weile entstanden, und tatsächlich bildet er das ab, was ich in meinem Alltag die letzten Monate gefühlt und erlebt, wie ich meine Realität empfunden habe.

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Die Auswahl zwischen so vielen Dingen

An manchen Tagen bin ich wahnsinnig motiviert, würde am liebsten zehn meiner Ideen gleichzeitig realisieren, meine ganze Kraft in meine Zukunft stecken, Projekte vorantreiben und am besten alle To-Do’s sofort abhaken.

Dann bemerke ich, dass mehr aktive Energie in die Uni nicht nur zu noch besseren Ergebnissen führt, sondern die Beschäftigung mit einigen Themen durchaus sinnvoll ist, es mich irgendwie erfüllt, am Ende nicht nur den Abschluss zu haben.

Ich möchte meinen Bezugspersonen gerecht werden, den täglichen Kontakt mit meinen Eltern und Freundinnen in der Heimat aufrecht erhalten, mir ihre Geschichten anhören, am liebsten häufiger zu ihnen fahren und gemeinsam Erinnerungen schaffen, statt einander häufig nur von Geschehnissen zu berichten. Ich möchte in regelmäßigen Abständen meine Verwandten anrufen, hören, wie es so läuft, mir Zeit nehmen für die Menschen, die wirklich zählen.

Ich habe das ‘aufwändigere’ Kochen seit meinem Auszug im Herbst 2016 so richtig für mich entdeckt, würde am liebsten diese Phase, die ich aktuell habe, jeden Tag frisch und abwechslungsreich zu kochen und diverse Rezepte auszuprobieren, beibehalten, und Ideen nicht nur als weiteren Pin im Pinterestboard versauern zu lassen. Würde gerne noch mehr Zeit in solche neuen Dinge stecken.

Ich habe wieder einen Sportrhythmus gefunden – aber das ist mir eigentlich nicht genug. Würde gerne noch mehr Zeit in das Thema stecken, an meiner Ausdauer arbeiten, verschiedene Sportarten die Woche ausüben, um alle Bedürfnisse meines Körpers zu bedienen.

Ich liebe es, kreativ zu sein, sitze gerne stundenlang vor Aquarellbildern, würde wahnsinnig gerne endlich Lettering lernen oder in Ruhe und nicht, weil Feierlichkeiten oder Projekte anstehen, an Fotobüchern arbeiten und sie auch fertigstellen. Ich habe immer noch Reisen von 2012 offen.

Zeit für’s intensive Lesen geht mir völlig abhanden – ich habe euch erst diese Woche von einem großen Stapel an Büchern erzählt, die ich aktuell noch lesen möchte und die einen extra Bereich unseres Bücherregals einnehmen – und auch meine Familie hat mal wieder ein paar gute Werke gesammelt. Ich kaufe ständig Neues, was mich interessiert – anstatt mir entsprechende Zeit am Tag dafür einzuräumen.

Auf meinem Computer schlummert eine ewig lange Liste an Filmen und Serien, die ich schauen möchte. Dass das wirklich Nebensache ist, ist mir bewusst – und ich kann auch immer mal wieder einen Film abhaken, schaue aktuell Modern Family, Riverdale und Fear the Walking Dead, sodass es theoretisch voran geht. Früher habe ich eine Staffel an 1,2 Tagen durch gesuchtet. Die Zeit dafür kann und will ich mir aktuell einfach nicht nehmen.

Was mich derzeit noch total interessiert? Meditation, die Beschäftigung mit Körper und Geist, Yoga und Pilates. Wie gern würde ich ruhige Momente dafür finden, mich mehr mit der Thematik auseinander zu setzen.

Ich möchte Energie in den Haushalt stecken, nicht nur alles nötige wie Wäsche, Aufräumen, Putzen, Einkaufen oder Kochen nebenbei erledigen, weil es eben gemacht werden muss. Ich möchte mir mehr Augenblicke für’s Dekorieren nehmen, Dinge selbst gestalten, den Balkon bepflanzen.

Es gibt so viele verschiedene Baustellen, so viele To-Do’s, so vieles, was ich ausprobieren, machen, erlernen, erfahren möchte – in Ruhe. Es ist nicht zwingend ein Zeitproblem; ich erwähnte, dass ich glaube, dass ein paar Stunden mehr am Tag dieses “Problem” auch nicht lösen würden. Es ist ein innerer Interessenkonflikt, auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig tanzen zu wollen, allem gleich viel und am besten auf einmal gerecht zu werden. Ich schaffe das alles, aber irgendwie nicht in dem Ausmaß, das jede einzelne dieser Dinge verdient.

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Warum es die Balance macht

Ich glaube, dass es am Ende die Balance macht. Das Abwägen von wichtigen und unwichtigen Erledigungen. Das tägliche neu entscheiden, welchem Thema man sich widmen möchte – was gerade besonders viel Zeit verlangt oder verdient. Ich finde, dass es Phasen für alles gibt – mal abgesehen von Verpflichtungen, die sich nicht aufschieben lassen. Und dass man akzeptieren muss, dass man nicht alle Bälle gleichzeitig in der Luft halten kann – und vor allem nicht gleich hoch. Dass man Prioritäten setzen und ja, auch Abstriche machen muss.

Das Wichtigste am Ende eines Tages sollte das eigene Gefühl sein, dass er erfolgreich war. Wie auch immer man dieses Empfinden in dem Moment definiert und unabhängig davon, womit man seine 24 Stunden gefüllt hat.

6 Kommentare

  1. Pauline
    7. April 2018 / 11:17

    Oh Vivi, wie wahr wie wahr… bei mir ist es ähnlich, neben dem Studium reite ich im Verein, habe meinen Freund mit dem ich gern Zeit verbringe, mir kommen andauernd Ideen für neue Sachen in den Kopf und dann sind da noch Freunde, Serien, Filme, Bücher lesen, meine Familie die etwas weg wohnt. Irgendwie will man alles machen und dann ist es so viel, dass man ständig prokrastiniert :D Glaube aber, da gehts uns allen gleich – zumidnest denen, die nie Langeweile haben!

    Alles Liebe und wieder ein schöner Post! Pauline

    • Vivien
      Autor
      7. April 2018 / 19:00

      Ja, ich glaube auch, dass die meisten diesen “Struggle” haben. Ich versuche wirklich, mir jeden Abend zu vergegenwärtigen, was an dem Tag positives und erfolgreiches passiert ist. Das kann die Arbeit an der Masterarbeit, Weiterkommen an der Blogarbeit, einige Seiten im Lieblingsbuch, ein paar Stunden in der Sonne, Sporteinheiten oder Zeit mit lieben Menschen sein – Hauptsache, es ist etwas passiert, was mich “irgendwo” weitergebracht hat :)

  2. Selma
    7. April 2018 / 17:34

    Tolle Fotos, gefallen mir gut :) Und ja, du hast recht, manchmal muss man einfach Prioritäten setzen. Wenn das jeden Tag neu entschieden ist und man am Ende fröhlich ist mit dem, was man geschafft oder wie man den Tag verbracht hat, dann ist das doch das Wichtigste! Genieß die Sonne!

    • Vivien
      Autor
      7. April 2018 / 19:00

      Geeenaaau DAS! Am Ende des Tages muss man etwas positives aus ihm ziehen können – was, muss man von Tag zu Tag neu entscheiden! :)

  3. 17. April 2018 / 12:50

    Danke für den tollen Beitrag. Du hast es auf den Punkt gebracht. Das Abwägen zwischen wichtigen und unwichtigen Dinge. Mir hat das Buch “Eat that frog” unheimlich geholfen meine Zeit zu kontrollieren, anstatt von meiner Zeit kontrolliert zu werden.
    xx Franzi :)

    • Vivien
      Autor
      17. April 2018 / 13:21

      Hui, Danke für deinen Kommentar Franzi & vor allem für den Buchtipp :D Ist gleich in meinem Warenkorb gelandet, sehr spannend :)) Zeitprobleme habe ich auch häufig, einfach, weil so vieles zu tun ist, dass man gar nicht weiß wo man beginnen soll! :D

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