Travel: Portugal – 5 Must-Do’s in Lissabon {Traveldiary}

Mit frischen Erinnerungen und ein wenig Wehmut machten wir uns nach sieben Tagen Algarve mit dem Mietwagen auf ins etwas nördlicher gelegene Lissabon. Und wisst ihr was? Die Traurigkeit, das Bedauern, die Strandtage schon hinter sich lassen zu müssen, war mit Ankunft in Lissabon sofort wie weggeblasen.

Selten hat mich eine Stadt so von dem ersten Moment an fasziniert und eingenommen – nur, um im weiteren Verlauf sein Niveau zu halten und mich weiter und weiter an sich zu binden. Es gibt viele wunderschöne, eindrucksvolle, nachhaltig in Gedanken bleibende Städte auf der Welt. Einige besucht man einmal und macht im Stillen einen Haken hinter den Besuch. Andere gefallen einem so gut, dass man sich vorstellen kann, eines Tages zurück zu kehren, man möchte weitere Ecken erkunden, fernab der touristischen Wege laufen und den Flair der Stadt in sich aufsaugen. Und dann gibt es welche, da hat man gar keine andere Wahl, als letzteres zu tun.

Lissabon ist eine von diesen Städten. Wir waren vom ersten Moment an begeistert – die Gebäude, sprich Architektur der Stadt, die Aufteilung der verschiedenen Viertel, das Essen, die Menschen, die Atmosphäre, die Geschichte. Dieser Moment, wenn man zum ersten Mal vom Süden aus über die Ponte 25 de Abril, der berühmten, roten Brücke fährt und den Rio Tejo überquert, vorbei an der Christus-Statue Cristo Rei das erste Mal einen Blick auf Lissabon wirft und sofort weiß: hier sammeln wir Erinnerungen.

Wir haben rund 52 Stunden in der wundervollen Hauptstadt Portugals verbracht und weil es uns wirklich, aus tiefstem Herzen so gut gefallen hat, freue ich mich, euch meine 5 absoluten Must-Do’s im schönen Lissabon vorzustellen. Drei Abende, zwei Tage – wie ihr diese bestmöglich ausnutzt, ohne in Stress zu verfallen und was ihr unbedingt auf eure Liste setzen solltet…

5 Must-Do’s in Lissabon

1. Stadtrundfahrten

Wir saßen an Deck des ersten Busses, etwa anderthalb Stunden nach Beginn der Tour und einigen Lobliedern auf die Idee, als wir überlegten, ob wir beide jemals eine Stadtrundfahrt gemacht hatten. Wir beschlossen, uns beide schon einmal in dieser Situation wiedergefunden zu haben und waren gleichermaßen unschlüssig, wo genau. Und wunderten uns, wieso man so etwas nicht öfter macht.

Fakt ist: Stadtrundfahrten sind großartig. Ich gebe zu, ich hatte häufig ein veraltetes, lahmes Bild dieser Möglichkeit, eine Stadt in Nullkommanix zu erkunden, im Kopf. Langsame Busse, die faule Leute durch die Stadt kutschieren, während eine sonore Stimme einem ins Ohr labert? Nein, Danke – bis Lissabon war das meine Ansicht.

Weit gefehlt, ist es in einer unbekannten Stadt wirklich eine wahnsinnig schlaue Sache. Man hat meist die Wahl zwischen mehreren Routen, tankt an Deck ganz viel Sonne, hat eine tolle Sicht und kann überall Hop on/Hop off-typisch aus- und wieder einsteigen und Lieblingsplätze zu Fuß erkunden. Zudem bekommt man direkt einen sehr guten Überblick über die Stadt und: erfährt wahnsinnig viele interessante, kurzweilige Fakten, die einem die Geschichte der Stadt, Wissenswertes über Land, Leute, Kultur näher bringen, die man sonst wahrscheinlich nie selbst erlesen hätte. Unsere Erzählstimme war übrigens sehr angenehm, haha. Ich lege ans Herz, eine Stadtrundfahrt direkt am ersten Tag zu machen – so bekommt man direkt einen allgemeinen Eindruck und kann z.B. für Tag zwei oder drei entscheiden, wo man noch mal länger hin möchte.

In Bezug auf Lissabon kann ich euch Yellow Bus empfehlen. Wir haben ein 48h-Ticket gewählt, für welches wir 20€ pro Person gezahlt haben. Für das Geld bekamen wir zwei verschiedene Routen nach Wahl, welche wir unbegrenzt oft fahren durften, sowie einen Voucher für Ermäßigungen (welchen wir jedoch nicht genutzt haben) und die Möglichkeit, kostenlos bestimmte Linienbusse und die berühmten Standseilbahnen der Stadt zu fahren.

Wir haben uns für die kürzere Strecke nach Alfama und zum Parque das Nações (wo 1998 die Expo stattfand und demnach ein Gebiet komplett aus Neubauten besteht) sowie für die große Route nach Belém entschieden. Auf beiden Strecken haben wir wahnsinnig viel zu der Geschichte, den architektonischen und kulturellen Einflüssen verschiedener Länder auf die Stadt, dem Fluss Rio Tejo, den verschiedenen Vierteln und dem Handelsknotenpunkt, der Lissabon einst war, erfahren. Wusstet ihr, dass laut einer Sage der Fluss Tejo und die Stadt Lissabon in einer ewigen Liebesziehung stehen?

2. Belém

Wir haben direkt am Morgen des ersten Tages auf Empfehlung die Route nach Belém angetreten und sind vor Ort ausgestiegen, um das schöne Viertel zu Fuß zu erkunden. Lissabon wurde im 18. Jahrhundert bei einem schweren Erdbeben weitestgehend zerstört, wobei der kulturreiche Stadtteil Belém größtenteils davon verschont blieb. Sehr viele Sehenswürdigkeiten, die ihr bequem zu Fuß ablaufen könnt, befinden sich dort.

Unter anderem stehen in Belém die beiden Weltkulturerbe Mosteiro dos Jerónimos, ein altes Kloser aus dem 15 Jh. und Torre de Belém, zu Deutsch „Turm von Belém“ direkt am Wasser mit seiner großen Aussichtsplattform on top. Besonders gut gefallen hat uns auch das weiße Denkmal der Entdecker, Padrão dos Descobrimentos, mit den Abbildern 33 bedeutender Seefahrer Portugals in Stein gemeißelt.

Von Belém aus hat man eine fantastische Sicht auf den Tejo und die berühmte, rote Brücke des 25. April, welche einen das Stadtbild auf den ersten und vielleicht unwissenden Blick schnell mit San Francisco verwechseln lässt. Wir sind von der Promenade mit ihren Sehenswürdigkeiten aus ein wenig in den Innenstadtbereich gelaufen, haben uns durch die bunten Häuser treiben lassen und etwas zu Mittag gegessen. Ihr findet auch viele, verschiedene Museen in Belém, für die wir uns dieses Mal keine Zeit eingeräumt haben.

3. Chiado & Bairro Alto

Die zwei Stadtteile, in denen wir uns in der Summe am meisten aufgehalten haben, sind Bairro Alto und Chiado. Die beiden Bereiche gehen quasi in einander über und gehören, auch wenn sie ziemlich unterschiedlich sind, irgendwie zusammen. Sie liegen mittig bis westlich in Lissabon und führen bis an den Fluss hinunter.

Chiado ist eher der Bezirk für den Tag und den frühen Abend; modern und schick, mit vielen Einkaufsmöglichkeiten, Cafés und Restaurants sowie Theaterstätten. Bairro Alto hingegen ist die Anlaufstelle für nachts; dort findet ihr kleine Bars und Kneipen, Clubs und auch viele, kleinere und teils weniger touristische Restaurants. Viele ‚Sehenswürdigkeiten‘ bzw. bekannte Plätze wie der Rossio oder der Praça da Figueira befinden sich in diesen, beiden Bezirken.

Ich kann euch empfehlen, mit der gelben Standseilbahn Elevador da Bica hoch zum Aussichtspunkt Jardim de São Pedro de Alcântara zu fahren – als wir dort waren, herrschte dort leider eine Baustelle, die aber sicher bald verschwunden ist. So oder so konnten wir einen wunderbaren Blick über die Stadt genießen; laut meiner Eltern kann man dort – ohne Baustelle – auch herrlich einen Cocktail trinken und auf den goldenen Sonnenuntergang warten.

Ansonsten lauft unbedingt durch Chiado hinunter zum Rio Tejo und dem Praça do Comércio. Ihr findet einen riesigen Platz direkt am Fluss, an welchem ihr viel zu sehen bekommt, ein wenig am Tejo Richtung Westen entlang laufen und euch treiben lassen könnt.

Was ihr euch sparen könnt, ist meiner Meinung nach der Elevador de Santa Justa, der berühmte Aufzug inmitten der Stadt. Ihr werdet mehrfach daran vorbei laufen und euch fragen, ob der Blick über die Stadt die ewig langen Warteschlagen wert sind. Pssst, wir waren selbst nicht drauf, haben aber von mehreren Seiten gehört, dass es sich zeitlich einfach nicht lohnt. Wir konnten viele, andere wunderschöne Blicke über die Stadt erhaschen und ich empfehle euch hier mehrfach andere Aussichtsplattformen, die wir getestet und für gut und lohnenswerter befunden haben.

4. Castelo de São Jorge

Das Castelo de São Jorge ist eine Festung im oberen Teil Lissabons – und lasst euch gesagt sein, die Fahrt bzw. der Aufstieg dorthin und der kleine Eintrittspreis (zwischen 5-8€ pro Person) lohnen sich ohne jeden Zweifel oder Kompromiss. Wir hätten das mitunter tollste Erlebnis Lissabons beinahe verpasst, wenn wir uns nicht gegen eine Alternative und stattdessen für das Fort entschlossen hätten. Die Anekdote verrate ich euch in ein paar Tagen in einem dazugehörigen Outfitpost – sie ist es wert.

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Ich kann euch den Besuch des Forts während eures Aufenthalts in Lissabon wirklich ans Herz legen. Es ist nicht nur spannend, durch das alte Gemäuer zu laufen, die Wege zu erkunden und die Geschehnisse der ganzen, vergangenen Jahrhunderte ein wenig in sich aufzusaugen, sondern lohnt sich die einmalige Aussicht über die ganze Stadt, den Fluss und die Weiten hinter Lissabon zu hundert Prozent. Bestenfalls macht ihr es wie wir – der Zufall wollte es, dass wir nicht tagsüber, sondern in den Abendstunden zur Zeit des Sonnenuntergangs dort oben waren. Lissabon hat uns so gebührend und mit blutrotem bis knallorangenem Abendlicht verabschiedet, dass wir es mehr als nur bereut hätten, nicht diese Aussicht gewählt zu haben. Große, große Empfehlung!

5. Treiben lassen

Ein Tipp, der irgendwie alle Empfehlungen mit einschließt, so richtig keine ist und doch selbstverständlich sein sollte. Lasst euch in der süßen Stadt unbedingt treiben, erkundet die verschiedenen Ecken auf eigene Faust und macht euch um Gottes Willen keinen in Stein gemeißelten Plan, was ihr wann genau sehen wollt. Wir sind den ganzen Urlaub in Portugal, eher untypisch für uns, relativ ungeplant angegangen, hatten ehrlicherweise im Vorhinein kaum Zeit, uns über Sehenswürdigkeiten oder Must-Do’s zu informieren und haben schließlich von meinem Vater einen kleinen Guide für Lissabon zusammen gestellt bekommen – wenigstens etwas, an dem wir uns entlang hangeln konnten.

Wir haben unsere Mentalität von der Algarve mit nach Lissabon genommen und alles ganz piano gemacht. Wir haben jeden Tag spontan beschlossen, worauf wir Lust haben, mehrmals Pläne geändert, sind weder von einem Ort zum anderen gehetzt, noch haben wir uns in irgend einer Form stressen lassen. Wir sind, trotz der beiden Stadtrundfahrten von je etwa zwei Stunden, viel zu Fuß gelaufen, haben kleine Wege fernab der Touri-Strecken genommen, Quatsch gemacht und uns auch mal an hübschen Orten für ein paar Minuten nieder gelassen.

Ich habe für mich entdeckt, dass das Erkunden einer neuen Stadt auf diese Art und Weise viel Spaß macht und man am Ende doch das meiste, relevante sieht. Wir haben vielleicht nicht jede, noch so kleine Sehenswürdigkeit gesehen, keine Museen beguckt oder vermeintlich jede Sekunde es Tages auf ein Maximum ausgenutzt. Bei manchen Städten mag man ein straffes Programm haben und dieses auch durchziehen wollen. Lissabon haben wir auf uns zukommen lassen und guess what – es hat uns trotzdem wahnsinnig beeindruckt, wie ihr merkt. Ich kann euch wirklich nur empfehlen, euch zwei, drei Rahmenpunkte zu nehmen, vielleicht ein wenig mit den Bezirken auseinander zu setzen oder euch vielleicht sogar meine Must-Do’s als kleines Hilfsmittel zu nehmen. Ansonsten: erlebt Lissabon auf eure eigene Art, nehmt euch lieber zu wenig als zu viel vor und ihr werdet merken, wie schön diese Stadt tatsächlich ist!

11 Kommentare

  1. Nicole M.
    17. August 2017 / 18:40

    Du hast aber ein schönes Leben.

    • 17. August 2017 / 22:13

      Ich gebe mein selbst verdientes Geld für Dinge aus, die mir gefallen und ja, mir ein schönes Leben ermöglichen :)

  2. 17. August 2017 / 19:37

    Lissabon muss echt toll sein! Es steht auf meiner Bucketlist auch ganz weit oben und wenn man deinen Post liest, bekommt man umso mehr Lust darauf. Dieses Jahr wird es wohl leider nichts mehr, aber ich hoffe, dass ich es nächstes Jahr dorthin schaffe!

    Liebe Grüße
    Sarah von http://www.sarahsececry.wordpress.com

    • 17. August 2017 / 22:13

      Ich kann es dir wirklich nur ans Herz legen – eine absolut sehenswerte, wunderbare Stadt! :) Lieben Dank für dein Feedback, freut mich, dass dir der Post gefällt! :)

  3. 22. August 2017 / 20:12

    Oh ich möchte auch ganz unbedingt einmal nach Portugal (: Leider ist mein Sommerurlaub dieses Jahr dank gebrochenen Fußes ausgefallen.
    Aber du hast ein Paar schöne Impressionen mitgebracht!

    Liebe Grüße,
    Jenny
    http://imaginary-lights.net

    • 23. August 2017 / 17:06

      Aww nein wie ärgerlich, das tut mir leid für dich. Aber sieh es positiv – du hast ein bisschen Geld für eine vielleicht größere Reise im nächsten Jahr, oder zum Beispiel im Winter (?) gespart :D!

  4. Ronja
    29. August 2017 / 23:05

    Hi Vivien,

    wir fliegen am Samstag erst nach Barcelona und ein paar Tage später nach Lissabon. Hast du vielleicht noch ein zwei ultimative Restaurant-Tipps?
    Ganz tolle Bilder hast du gemacht, die machen richtig Vorfreude 😍 LG

    • 30. August 2017 / 12:08

      Ohhh nice! :) Da wünsche ich dir ganz viel Spaß – und habe gleich eine gute Nachricht für dich: am Freitag, oder spätestens am Montag wird ein Restaurantguide zu 12 Restaurants an der Algarve und in Lissabon online gehen – da ist gaaaaanz bestimmt etwas für dich dabei, also schau unbedingt mal vorbei nächste Woche, auch wenn du im Urlaub bist – im WLAN geht das ja ganz easy! :)

    • Ronja
      31. August 2017 / 7:57

      Super!!! Da freu ich mich, danke!

    • 31. August 2017 / 11:04

      Gerne doch! :)

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