Im August und September habe ich einige Ecken Europas erkundet und neu für mich entdeckt. Nach den Reisen nach Portugal, Spanien und Norwegen, die ich bereits mit euch geteilt habe, möchte ich euch meine Woche Mutter-Tochter-Urlaub auf Rhodos natürlich nicht vorenthalten.

Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich mit meiner Mama alleine Urlaub gemacht habe. Das Faible für’s Reisen habe ich definitiv von meinen Eltern, die mit mir bereits als kleines Kind bis ins junge Erwachsenenalter viel gereist sind und mir sehr viele, verschiedene Länder und Kulturen näher gebracht haben. Mittlerweile würde ich sagen, dass ich sogar noch reise- bzw. abenteuerlustiger bin als sie – wobei das natürlich auch mit meinem noch jungen Alter zusammenhängen kann.

Das letzte mal zu zweit in einem anderen Land war ich 2012 mit meiner Mutter in Rom. Ich hatte sogar hier auf dem Blog darüber berichtet – allerdings sind die Fotos und Beiträge qualitativ etwas völlig anderes, als meine Traveldiarys heute. Falls ihr doch mal in die ganz alten Rom-Reisebeiträge rein schnuppern wollt…aber sagt hinterher nicht, ich hätte euch nicht gewarnt 😅

Die Reise in diesem Jahr ist tatsächlich aus einer sehr spontanen Überlegung im Juli entstanden (gefühlt wie alle meine Reisen in diesem Jahr nie mehr als 1 Woche bis 1,2 Monate Vorlaufzeit hatten…) und gemeinsam haben wir überlegt, wo wir hinmöchten. Eine Woche nur entspannen – das stand als größter Faktor fest. Ich bin großer Fan vom frei herumreisen, am liebsten mit dem Mietwagen und jeden 2. oder 3. Nacht wo anders. Roadtrips sind mein großer Favorit, ich liebe es, viel zu sehen und möglichst viele Restaurants, Lieblingsplätze und Orte zu entdecken. Aber wisst ihr was? Manchmal ist eine Woche verwöhnt werden und auf der faulen Haut liegen ganz sicher nicht verkehrt…

Wir beide sind Griechenland-Fans, mögen das Essen, die Menschen, die Kultur sehr gerne. Da auch das Wetter Mitte September noch beständig, warm und sonnig ist, stand unsere Entscheidung für Rhodos in Griechenland recht schnell fest. Ich war das letzte Mal mit 14 im Rahmen einer Kreuzfahrt in Griechenland, davor mit 12 zwei Wochen auf Kreta. Es wurde also dringend Zeit, dem Land mal wieder einen Besuch abzustatten.

Wie schon beschrieben, haben wir eine Woche in einem schönen, sehr gepflegten Clubhotel (Lindos Princess Beach, selbst gebucht, keine Werbung) in Lindos gewohnt, in dem wir uns um nichts kümmern mussten. Das Essen war wirklich sehr, sehr gut und abwechslungsreich (was ja bei großen Hotels ja immer eine kleine Lotterie sein kann, auch wenn sie noch so viele Sterne haben) und die Anlage, das Personal und generell der ganze Aufenthalt war wirklich super. Wir hatten sieben volle Tage vor Ort und haben fünf davon wirklich vollständig am Strand oder Pool relaxed, gebräunt, gut gegessen, gelesen was das Zeug hält (ich habe vier Bücher in diesem Urlaub verschlungen – hier könnt ihr meine Mini-Rezensionen lesen) und einfach nur unsere gemeinsame Zeit genossen.

Ihr Lieben, wenn ihr die Gelegenheit und einen guten Draht zu euren Eltern habt (das ist ja leider nicht immer selbstverständlich) dann fahrt mit eurer Familie in den Urlaub. Gemeinsame Erinnerungen sind so, so wichtig und man schafft Erlebnisse, über die man immer mal wieder sprechen wird.

Lindos Oldtown

An zwei der sieben Tage haben wir jeweils halbtags einen kleinen Ausflug gemacht, um nicht völlig eins mit der Strandliege zu werden und auch ein bisschen die Gegend zu erkunden. Unser Hotel lag etwa 10 Minuten vom kleinen 4.000-Seelen-Ort Lindos entfernt, welcher am Hang eines Hügels mit kleiner Akropolis auf der Bergspitze gelegen ist. Lindos selbst besteht vornehmlich aus vielen, kleinen, engen Gassen, süßen Innenhöfen und weißen Hausmauern mit typisch griechisch blauen Details.

Meine Mutter war bereits vor 30 Jahren einmal auf Rhodos und kennt somit die enormen Unterschiede, die natürlich durch den Tourismus auch vor Lindos keinen Halt gemacht haben. Tourismus ist natürlich weltweit Fluch und Segen zugleich und schafft sowohl einen gewissen Komfort, Infrastruktur und natürlich Einkommen und Arbeitsplätze für die Einwohner, als auch Einbuße in der Natürlichkeit und ehemaligen Authentizität des jeweiligen Ortes. So hat auch Lindos diesbezüglich ein wenig darunter gelitten, dass teilweise Touristenmassen durch die kleinen Gassen geschoben werden und an jeder Ecke Magnete, Geschirr, Schmuck und andere Souvenirs verkauft werden.

Nichtsdestotrotz lohnt sich ein Morgen oder Nachmittag in Lindos allemal. Wir sind zu Beginn schnurstracks den Berg zur Akropolis hinauf gekraxelt – nicht um die Ruinen selbst zu besichtigen (dort zahlt ihr nicht nur verständlicherweise Eintritt, sondern steht auch ewig mit zig anderen Touris an) sondern um etwas abgeschiedener einfach die Aussicht zu genießen.

Rhodos selbst – das fällt nicht nur von Aussichtspunkten wie diesem, sondern auch während der Fahrten über die Insel auf – ist insgesamt eher karg und steinig. Es wächst nicht viel, jedenfalls nicht innerhalb des Landes und außerhalb der Städte oder Felder, was schnell trist wirken kann. Insbesondere an der Küste jedoch hat genau dieses Bild natürlich auch etwas für sich, mit dem wunderschönen Meer vor der Nase, bei bestem Wetter und traumhafter Aussicht.

Im Anschluss sind wir noch eine Weile durch Lindos’ kleine Gassen der Altstadt geschlendert. Hier und da war es leider sehr voll, man hat aber auch beinahe abgeschiedene, leere Wege gefunden. Lindos eignet sich perfekt, um das Dorf einfach auf sich wirken zu lassen und die hübschen, bepflanzten Innenhöfe und Dekorationen anzuschauen.

Mein Tipp an euch, solltet auch ihr einen kleinen Trip nach Lindos unternehmen wollen – kommt eher am Nachmittag oder sehr, sehr früh morgens vorbei. Wir waren genau zur Mittagszeit dort (was auch an einem über eine Stunde verspäteten, öffentlichen Bus lag), wo es leider sehr voll war. Nachmittags kehren die meisten Menschen in ihre Hotels zurück und ihr habt mehr Platz zur freien Entfaltung und Besichtigung!

Rhodos Stadt

Direkt einen Tag später ging es relativ früh morgens mit einem Minibus nach Rhodos Stadt, wo wir auf eigene Faust die Oldtown innerhalb der Stadtmauern der Hauptstadt erkunden wollten. Dieser Ausflug lohnt sich ebenfalls total – und Tourismus hin oder her (wir gehören ja dazu, keine Frage!) verteilt es sich in der 50.000-Einwohner-Stadt natürlich etwas besser.

Die “Hauptattraktion” von Rhodos Stadt ist definitiv die süße, mittelalterliche Altstadt, welche von den uralten Stadtmauern eingegrenzt wird, innerhalb welcher keine Autos fahren dürfen und die seit 1988 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Hübsche Häuschen, kleine Gassen, bepflanzte Innenhöfe, hübsche, gemusterte Fußböden, bunte Türen und Fenster und sehr viel Liebe zum Detail, so weit das Auge blicken kann.

Wir sind am Hafen herausgelassen worden, wo vor über 2.000 Jahren der “Koloss von Rhodos” stand, welcher zu den 7 Weltwundern der Antike gehörte. Nachdem wir einmal die Hafenpromenade rauf und wieder runter gelaufen sind, sind wir durch einen der Eingänge in die Altstadt hinein, wobei man einige Zeit direkt hinter der Festungsmauer und an den alten Gemäuern entlang laufen kann. Kann ich nur empfehlen – auch, wenn geschichtliche Daten und Fakten nicht meine Stärke sind, finde ich solche Hintergründe immer super spannend.

Mein Tipp für euch ist eigentlich an dieser Stelle nur, sich treiben zu lassen. Ihr werdet sowohl in der Hafengegend als auch innerhalb der mittelalterlichen Altstadt einiges zu gucken haben. Neben den hübschen Häusern und Gassen finden sich natürlich eine ganze Menge Restaurants, Shops, Bars, Cafés und Boutiquen innerhalb der Altstadtmauern. Wir haben uns einen Hinterhof-Garten ausgesucht und dort griechische Moussaka zu Mittag gegessen, bevor wir uns weiter durch die Gassen haben treiben lassen.

An einem völlig anderen Ende hat uns die Stadt dann wieder ausgespuckt und wir haben noch einen weiteren Hafen mit vielen, kleinen Bötchen vor Anker gefunden, bevor uns am frühen Nachmittag der Bus zurück wieder eingesammelt hat.

Je nachdem, wie viel Zeit ihr habt, könnt ihr sicher auch mehr als einen halben Tag in Rhodos Stadt verbringen – es gibt sicherlich noch andere, schöne Ecken außerhalb der Altstadtmauern und man kann definitiv auch noch tiefer geschichtlich einsteigen, Führungen besuchen oder Ausflüge per Boot machen, die einem an jeder Ecke angeboten werden. Für uns war der Tagesausflug perfekt und eine kleine Unterbrechung unserer Strand- und Pool-Routine!

Ich bin definitiv weiterhin Griechenland-Fan und freue mich, gemeinsam mit meiner Mama – in meinem Fall – eine neue Insel entdeckt zu haben. Für die nächsten Jahre möchte ich definitiv noch ein paar weitere Inseln bereisen – gerade für Kurztrips und Mädelsurlaube eignet sich Griechenland wunderbar, finde ich. Kos, Mykonos und Santorini stehen definitiv noch auf dem Plan – oder habt ihr einen speziellen Geheimtipp für mich? 

6 Kommentare

  1. Nina
    8. November 2018 / 22:24

    Kos ist sehr zu empfehlen, wir waren im Lango Hotel und hatten die ganze Woche einen Roller gemietet, war super schön :)

    • Vivien
      Autor
      9. November 2018 / 17:44

      Klingt auch super schön – Roller mieten an Reiseorten, die gut damit zu erkunden sind, ist <333! Thailand und Bali beispielsweise waren da meine Faves :) Für Griechenland kann ich mir das auch super vorstellen - nächstes Mal, vielleicht sogar auf Kos! :)

  2. 11. November 2018 / 14:56

    Du bist in letzter Zeit ja echt nochmal viel rumgekommen. Nach Griechenland möchte ich auch unbedingt mal.
    Tolle Eindrücke! :)

    • Vivien
      Autor
      11. November 2018 / 19:28

      Absolut – die letzten zwei, drei Monate waren wirklich krass – Portugal, Spanien, Norwegen, Griechenland, Frankreich und Italien; wirklich eine Menge europäischer Länder in so kurzer Zeit. Tatsächlich sind sogar zwei Reisen nach Dublin und London geplatzt, sonst hätten die sich auch noch angereiht! :D

      Danke dir meine Liebe <3

  3. Sophie
    11. November 2018 / 19:29

    So ein schöner Beitrag – und schön, dass du und deine Mama so eine tolle Zeit zusammen hattet! :) Gefallen mir mega die Fotos!

    Liebste Grüße,
    Sophie

    • Vivien
      Autor
      12. November 2018 / 11:28

      Lieben Dank Sophie! :) Freut mich

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