Ich ertappe mich seit einiger Zeit dabei, lieber ‘Nein’ als ‘Ja’ zu sagen. Nicht wortwörtlich – aber irgendwie dann doch. Durch verfrühtes Zögern, zu vieles Überdenken. Lieber einen Schritt zurückweichen, statt spontan begeistert sein. Ich sehe in vielen Dingen den Nachteil, wo es vielleicht gar keinen gibt. Finde mich selten völlig sorgenfrei “JA!” schreien, obwohl ich tief drinnen eigentlich schon längst gedanklich dabei bin.

Das bedeutet keineswegs, dass ich ein negativer Mensch bin oder gar in allem das Schlechte sehe. Im Gegenteil finde ich täglich so viel Positives, auch in den allerkleinsten Dingen. Ich bin recht einfach glücklich zu machen, habe in der Regel sehr gute Laune, bin fröhlich, neuen Dingen aufgeschlossen und eigentlich sehr neugierig und spontan. Es ist mehr das Gefühl, das mich beschleicht, wenn neue Ideen zu Tage gefördert werden, Pläne geschmiedet werden. Vielleicht welche, die ich auch selbst schon hatte, und es mir nicht eingestehen wollte? Oder ist es doch eher so, dass dadurch, dass Vorschläge nicht von mir kommen – von derjenigen, die sonst oft den Plan hat! – und ich somit nicht genug Zeit hatte, darauf herum zu denken?

Ich behalte gerne die Kontrolle, könnte man sagen. Ja, ich bin eher ein kontrollierter Mensch, wäge gerne ab – nicht zu meinem Vorteil, sondern wie sich ‘Kosten’ und ‘Nutzen’ die Waage halten. Welche Risiken man möglicherweise eingeht, welche Folgen eine Sache tragen könnte. Ich bin kein Schwarzseher, aber definitiv Realist. Vielleicht manchmal zu realistisch, zu vorsichtig – und das möchte ich gerne ändern.

Ich ertappe mich wirklich häufig dabei, Nein zu sagen, obwohl ich Ja meine. Lieber zurückzuweichen, Bedenken zu äußern – statt es lieber andersherum zu halten. Ja sagen, die Begeisterung herauslassen, die ich eigentlich empfinde – und, wenn überhaupt, hinterher noch einmal auf den Konsequenzen oder Möglichkeiten herumzudenken. Dem anderen nicht vor den zu Kopf stoßen, indem ich seine Begeisterung vielleicht schmälere – sondern lieber zusammen begeistert sein, Pläne schmieden – und Risiken außen vor lassen. Das kann tatsächlich sämtliche Bereiche betreffen – von kleinen Entscheidungen bis hin zu größeren Projekten und Ideen.

Als Kind bzw. Jugendliche war ich zwar nicht völlig anders – war immer schon so, dass ich viel nachgedacht habe, mehr als andere, vielleicht zu viel. Ich meine Aktionen hinterfragt habe, nicht einfach gesprungen bin, wenn andere es vorgemacht haben. Öfter mal zögerte, als es hinterher zu bereuen. Und trotzdem – erinnere ich mich an wahnsinnig viele, spontane, waghalsige, verrückte Aktionen in meiner Kindheit und Jugend. Momente, in denen ich dem Zögern in meinem Kopf kein Gehör geschenkt – sondern einfach gemacht habe. Und sind es nicht am Ende diese Aktionen, die man in Erinnerung behält? Spontane Roadtrips, verrückte, waghalsige Unternehmungen, Flugbuchungen nach Asien – erst am selben Tag entschieden?

Das verrückte ist, dass ich meist am Ende sowieso Ja sage. Bei den meisten Dingen dabei bin – und es wirklich hinterher nie bereut habe. Ich am Ende super locker, entspannt und spontan mit Situationen umgehe – und mich dann hinterher ein bisschen ärgere, überhaupt Bedenken gehabt zu haben.

Ich möchte wieder mehr davon, wieder mehr Leichtigkeit. Weniger Planungen – sofern das mein Alltag und der Rahmen der wachsenden Verantwortung zulässt – und mehr Spontanität. Weniger Durchdenken – von Dingen, die es nun wirklich nicht zu Hinterfragen gilt. Öfter mal Ja sagen – statt zögern, mit mir hadern – und am Ende das ‘romantische’ an der Idee zerstören. Ich würde nicht sagen, dass ein Extrem besser ist als das andere – aber manchmal beneide ich völlig spontane, verrückte, ja vielleicht auch ein wenig naive Personen, die einfach machen – auch wenn es nicht selten in die Hose geht. Manchmal ist Kopf ausschalten und Ja sagen definitiv die bessere Variante…

Was meint ihr dazu? Seid ihr mehr wie ich – Typ Kontrolle & alles Durchdenken – oder seid ihr mehr spontan, waghalsig und typische Ja-Sager, wo eben auch mal etwas zu unüberlegt entschieden wurde?


Off-Shoulder Top – Bershka (ähnliches schulterfreies Top)

Jeans (new in!) Topshop ‘Leigh’

roségoldene Schnürschuhe – EMU Australia

Schmuck – Estella Bartlett

Uhr – Cluse


Outfit Details:

Kein klassischer Outfitpost, aber die Details möchte ich euch trotzdem nicht vorenthalten :). Das Outfit ist für mich ein ganz einfacher, alltäglicher und super entspannter Look, den ich mir morgens aus dem Schrank ziehe und mich direkt angezogen und wohl fühle. Nichts super besonderes, aber doch mit dem gewissen Extra durch Details wie das schulterfreie Oberteil, die roségoldenen Schuhe und dem richtigen Schmuck als kleiner Hingucker. Die Jeans ist übrigens eine meiner neueren Topshop-Hosen, ihr wisst mittlerweile, dass die Marke für Skinny-Jeans mein Holy Grail ist. Das Modell nennt sich “Leigh” und ist die indigoblaue Version mit aufgetrenntem Saum. Mein Oberteil ist leider schon zwei Jahre alt und von Bershka, ich habe euch oben jedoch eine Alternative verlinkt. Schulterfreie Tops gibt’s mittlerweile ja fast überall! Den Schmuck habe ich euch bereits in diesem Post hier detaillierter vorgestellt. Die roségoldenen Schnürschuhe sind von EMU Australia – und ich liiiebe sie. Sie sind super bequem, total luftig für den Sommer und ein totaler Hingucker für eher schlichte Looks wie diesen! Ich kann sie mir auch super gut zu einem luftigen, weißen Sommerkleid und Hut plus Basttasche vorstellen. Ihr findet das Modell hier unter diesem Link. :)

 // Dieser Beitrag enthält eine Produktplatzierung durch EMU Australia sowie Affiliate-Links

4 Kommentare

  1. Caro
    7. Juni 2018 / 23:16

    Ja, Ja, Ja! Zu diesem Post, zu deinen Worten und natürlich dessen Inhalt – könnte nicht wahrer sein. Ich bin eh viel zu sehr Kopfmensch, sollte mir das auch häufiger zu Herzen nehmen.

    Viele Grüße, Caro

    • Vivien
      Autor
      8. Juni 2018 / 10:27

      Absolut – ich arbeite auch daran, dass ich wirklich das umsetze, was im Beitrag steht! :) Man dämpft auch andere damit, wenn man (obwohl man es eigentlich toll findet) sich in Zurückhaltung übt…

  2. Pauline
    8. Juni 2018 / 9:03

    Ein toller Post Vivi und wahre Worte – ich finde, je älter man wird, desto mehr Gedanken macht man sich um ALLES. Mir fiel es früher auch viel leichter, einfach spontan bei allem dabei zu sein, man dachte eben nicht an Konsequenzen. Mehr Leichtigkeit ist vielleicht das richtige Stichwort…

    Alles Liebe an Dich!

    • Vivien
      Autor
      8. Juni 2018 / 10:28

      Vielen Dank Pauline :) Jaa, das stimmt – ich denke, diese Leichtigkeit der Kindheit oder auch Jugend wird man im Zweifel nie zurückerlangen, aber das ist auch nicht schlimm. Man sollte einfach schauen, situationsbedingt zu entscheiden, so spontan wie möglich zu entscheiden und eben einfach gerade im Freizeitbereich öfter mal etwas zu wagen, nicht lang nachzudenken oder abzuwägen, was man dafür vernachlässigen oder in den Hintergrund rücken muss.. denke ich :)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.