// Bezahlte Parterschaft im Rahmen einer Aufklärungskampagne für die Pille Danach, www.pille-danach.de 

An einigen Unis und Hochschulen in Deutschland ist es bereits so weit, in wenigen Tagen ziehen auch die letzten Institutionen nach: Die Vorlesungen beginnen wieder. Für die einen ist es nur ein weiteres Semester mit neuen Herausforderungen, für andere ist es das 1. Semester ihres Bachelorstudiums – und somit der Beginn von etwas Großem. Ein völlig neuer Lebensabschnitt.

Wie ihr wisst, habe ich vor wenigen Tagen endgültig meine Unizeit mit meinem Masterstudium beendet – doch auch ich war einmal ein “Ersti”. Vor genau fünf Jahren musste ich mich durch neue Stundenpläne, Wahlpflichtfächer und Projekte, erste Seminararbeiten und Klausurphasen kämpfen. Und auch: Mich mit neu gewonnener Freiheit, dem Gefühl des nahenden Erwachsenwerdens, Selbstbestimmung und Veränderung auseinandersetzen.

Studieren bedeutet im Normalfall nicht nur, stundenlang in Hörsälen herumzusitzen, sich die Finger an Skripten wund zu tippen, in der Bib ein zweites Zuhause zu errichten und irgendwie koffeinabhängig zu werden, weil man kurz vor knapp an Abgaben oder der Klausurvorbereitung sitzt. Studieren bedeutet auch – Studentenpartys, im nächsten Club oder in WG’s von jemandem, den man kennt, der jemanden kennt. Und eine ganze Menge neuer Menschen. Neue Gesichter – die einen werden zu kurz- bis langfristigen Lebensbegleitern, die anderen nur zu flüchtige Bekanntschaften.

Von ganz besonderer Freiheit

Vielleicht bleibst du erst einmal im Elternhaus und besuchst in deiner Großstadt eine Hochschule – so war es bei mir damals der Fall. Vielleicht ziehst du jedoch auch weg, lebst von nun an in einer WG oder deiner ersten, eigenen 1-Zimmer-Butze in der nächsten Studentenstadt. Balancierst deine neue Freiheit zwischen Kneipentour und Wäsche waschen, Einkaufsroutine und Uni-Vorlesungen, WG-Abenden, Putzplänen, der nächsten Uni-Party, verkaterten After-Party-Tagen mit Serien und Lieferdienst im Bett und Bib-Sessions mit neu gefundenen Freunden. Ein völlig neues Umfeld, neue Bezugspersonen, neue Freiheit – ein neuer Lebensabschnitt.

Ich will nicht lügen: Auch wenn ich kurz nach Studiumsbeginn relativ schnell wieder in festen Händen war – ich kenne dieses Gefühl, was einem Single sein und Studieren verleiht. Diese ganz besondere Freiheit, die vermittelt, dass einem alle Türen dieser Welt offen stehen – beruflich und privat. Irgendwie ist einem bewusst, dass dies die letzte Gelegenheit ist – für spontane, vielleicht waghalsige Aktionen, eine durchzechte Nacht nach der anderen, völlige Selbstbestimmung. Der letzte Ausläufer der bestenfalls unbeschwerten Jugend, bevor das Erwachsenenleben mit größerer Verantwortung für andere Menschen und festem Job naht.

Ich war den Großteil meiner Studentenzeit in Beziehungen – erst anderthalb Jahre in Düsseldorf während meines Bachelors; für meine jetzige Beziehung bin ich sogar den Schritt gegangen, in Hamburg mein 2. Studium zu absolvieren. Und trotzdem habe ich, gerade während meines Bachelors und während meiner Single-Zeiten, natürlich viele Uni-Partys mitgemacht, habe Freundinnen in anderen Studentenstädten besucht, mir die Nächte bei Beerpong-Wettbewerben und Fakultätsparties um die Ohren geschlagen, viele Menschen kennen gelernt, Nummern ausgetauscht und Bekanntschaften geschlossen.

Beste Freundinnen – urteilsfrei, mitfiebernd… besorgt?

Noch viel mehr: War ich Beraterin, offenes Ohr und in erster Linie willkommene, urteilsfreie Empfängerin wildester Uni-Stories von Freundinnen, die ihre neue Freiheit ganz besonders wörtlich genommen haben. Habe Partyhopping und Dating-Stories gelauscht, bei bisweilen unbeantworteten Nachrichten am nächsten Morgen mitgefiebert und neue Bettgeschichten gespannt auf Facebook oder Instagram inspiziert. Meistens sehr gespannt, urteilsfrei, mitfiebernd und hungrig nach neuen, witzigen Stories.
Ganz selten einmal: besorgt.

Nicht wie eine mahnende Mutter, nicht im Dunkeln alleine nach Hause zu laufen – sondern wie das, was ich bin. Die beste Freundin, die sich über jede gelungene Geschichte, jede Uni-Bekanntschaft, mit der nicht nur Mensa-Essen und Beerpong-Becher, sondern auch Bettdecke und Frühstück am nächsten Morgen geteilt wurde, mitfreut – und sich trotzdem ab und zu sorgt. Wenn ich höre, dass die Pille vergessen wurde, kein Kondom zur Hand war – aber “schon alles gut gehen wird.” Völlig urteilsfrei kann dann selbst ich nicht mehr sein – und gebe stattdessen einen guten Rat.

Mädels – diese neue Freiheit, die das Unileben mit sich bringt, diese Sorglosigkeit, dieses grenzenlose Gefühl der Selbstbestimmung, das mit Auszug, Verantwortung für das eigene Leben und die eigenen Entscheidungen einher geht, ist großartig. Genießt es, trefft spontane, ja vielleicht auch mal unvernünftige Entscheidungen – immer getreu dem Motto #nurwennicheswill. Aber lasst dabei bitte einen Bereich außen vor. Wenn bei euch im Affekt irgendetwas mit der Verhütung schief gegangen ist – und ihr keine besorgte, beste Freundin im Rücken habt, die weiß, was zu tun ist – dann steckt nicht den Kopf in den Sand oder noch schlimmer, lasst es einfach drauf ankommen. Schwanger zu werden sollte im Idealfall eine bewusste Entscheidung sein – und kein ‘Missgeschick’, mit dem man einfach konfrontiert wird.

Es gibt Mittel und Wege, auch im Falle des Falles im Nachhinein von eurer Selbstbestimmung Gebrauch zu machen. Die Pille Danach bietet Schutz, wenn ihr in eurem neuen Freiheitsgefühl an der falschen Stelle eine unvernünftige Entscheidung getroffen habt oder eine Verhütungspanne passiert ist. Das braucht euch weder unangenehm noch peinlich sein – im Gegenteil ist es ein Zeichen von kühlem Kopf und Verantwortungsbewusstsein, diese Entscheidung aktiv für euch zu treffen.

Die Pille Danach – Key Facts

Falls ihr noch nie von der Pille Danach gehört oder gelesen habt – oder vielleicht nur viele Mythen, aber keine handfesten Fakten gehört habt, dann gibt’s hier auf der Website der Pille Danach & #nurwennicheswill die wichtigsten Infos, die ihr wissen müsst. Ich habe bereits zwei mal über diese wichtige Kampagne geschrieben – wenn ihr mehr über das Thema lesen möchtet und ein paar weitere, persönliche Anekdoten von mir hören wollt, dann schaut einmal hier bei meinem Weihnachtsbeitrag “Das Fest der Liebe” und dem Post zum Weltfrauentag vorbei!

Durch die Einnahme der Pille Danach kann sich der Eisprung um ca. 5 Tage verschieben, wodurch die Befruchtung einer Eizelle dann nicht mehr möglich ist und eine Schwangerschaft verhindert werden kann. Es handelt sich also nicht um ein Abtreibungsmittel – da es ja erst gar nicht zur Befruchtung kommt. Genauso wenig ist die Pille Danach eine Hormonbombe – den Mythos könnt ihr zum Glück ganz schnell vergessen. Sie ist gut verträglich, die Nebenwirkungen sind meist leicht und klingen von selbst wieder ab. Ihr könnt euch die Pille Danach rezeptfrei in der Apotheke besorgen – am Wochenende haben immer bestimmte Notapotheken 24-Stunden-Dienst, schaut dazu einfach im Internet nach, wo die nächste ist.

Ich wünsche euch ein wunderbares Semester, wenn es für euch in ein paar Tagen wieder oder gar zum ersten Mal beginnt. Genießt eure Freiheit, habt Spaß, lernt für die Uni und für’s Leben, geht feiern – immer mit eurem Leitspruch im Hinterkopf: #nurwennicheswill.

6 Kommentare

  1. Caroline
    12. Oktober 2018 / 16:18

    Liebe Vivi,

    ein toller und sehr wichtiger Post, finde ich. Ich habe schon mehrere Beiträge dieser Kampagne, von dir und anderen Bloggern, gelesen und finde dass das wirklich mal eine sehr sinnvolle Aufklärungskampagne ist. Du hast das Thema gut umgesetzt, herangeführt und der Kontext stimmt auch super. Gar nicht aufdringlich oder überworben, einfach nur ehrlich und konkret.

    Ich selbst habe nicht studiert, aber gerade meine Zeit ums Abitur und danach das ausziehen zur Ausbildung ähnlich empfunden – einfach das erste Mal auf eigenen Beinen aus dem alten Umfeld raus. Mir ist nie etwas passiert, war aber auch irgendwann in einer Beziehung – wobei es ja auch da passieren kann. Hoffen wir, dass es so bleibt, wenn nicht, dann gibt’s ja Posts wie diesen hier :)

    Liebe Grüße und weiter so!
    Caroline

    • Vivien
      Autor
      12. Oktober 2018 / 18:36

      Vielen, vielen Dank für deinen netten und langen Kommentar Caroline! Freut mich sehr, dass dir der Beitrag so gut gefällt und du die Kampagne genauso wichtig findest, wie ich. Ich freue mich auch immer wieder Teil von ihr zu sein und über solch ein wichtiges Aufklärungsthema zu berichten und an den Geschichten und der Sensibilität für das Thema mitzuwirken! :)

  2. Ina
    12. Oktober 2018 / 17:53

    Deine Haare stehen dir absolut super!!! <3

    • Vivien
      Autor
      12. Oktober 2018 / 18:37

      Dankeeee dir :) Freut mich!

  3. Selina
    14. Oktober 2018 / 22:21

    Ein toller Beitrag Vivi! Finde ich super, dass du auch zu solchen Themen berichtest und nicht “nur” Halligalli (nicht, dass du das machst! Nur Blogs sind ja oft einfach nur schöne Looks und tolle Reisen, deshalb finde ichs umso toller, wenn Blogger wie du Persönlichkeit haben und auch über private Themen oder eben so was hier schreiben, und ihre Reichweite nutzen!)

    • Vivien
      Autor
      15. Oktober 2018 / 10:49

      Vielen, lieben Dank für deinen Kommentar! :) Ich sehe das wie du – für mich ist dieser Blog hier zwar trotzdem irgendwie eine “Sonnenseite” des Lebens, sprich ich möchte positive Themen und Assoziationen verkörpern und einfach einen “Ort” schaffen, der Freude bereitet – für sehr kritische, andere Themen gibt’s einfach andere Plattformen – aber solche Bereiche hier sind irgendwie “Ehrensache”, gerade als Frau. Finde das Thema wirklich sehr wichtig und aufklärenswert und mir macht es auch wirklich Spaß, darüber zu schreiben! :)

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